Auf dieser Reise wurde Bundesrätin Karin Keller-Sutter von Mitgliedern ihres Generalsekretariats, Staatssekretär Mario Gattiker und einer weiteren Vertreterin des SEM begleitet. Das dicht gedrängte Programm ermöglichte neben offiziellen Besuchen auch informelle Gespräche mit lokalen Akteuren und Besichtigungen vor Ort.
Die erste Station der Reise war Sarajevo, wo die Delegation am späten Nachmittag des 20. Oktober 2021 ankam. Für die meisten Migrantinnen und Migranten, die nach Europa wollen, ist Bosnien ein Transitland. In den vergangenen Jahren hat sich dieses Land für die Migrationsbewegungen auf der Ostbalkanroute zunehmend als Flaschenhals erwiesen. Die Grenze zu Kroatien ist gut geschützt, was die Weiterreise erheblich erschwert. Bosnien ist daher mit enormen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere was die Aufnahme der Migrantinnen und Migranten betrifft. Die meisten von ihnen möchten so schnell wie möglich nach Westeuropa weiterreisen. In den Gesprächen mit den bosnischen Behörden und beim Besuch eines Aufnahmezentrums in der Nähe von Sarajevo konnten wir uns von den Anstrengungen, die für eine angemessene Betreuung der Migrantinnen und Migranten unternommen wurden, überzeugen.
Am nächsten Tag ging es um die Mittagszeit weiter nach Athen. Griechenland kommt nicht nur bei der Verwaltung der Schengen-Aussengrenzen, sondern auch bei der Aufnahme und Registrierung der Asylsuchenden eine zentrale Rolle zu. Auf der Insel Lesbos konnten wir das temporäre Lager besichtigen, das nach dem Brand im Camp Moria im September 2020 eiligst errichtet worden war. Die Situation vor Ort ist zwar nach wie vor schwierig, aber sie hat sich innerhalb eines Jahres stark verbessert. Die Anstrengungen zur Verbesserung der Aufnahmestrukturen und zur Entlastung des Lagers sind gut sichtbar.