Anbesajer Brhane floh 2015 aus Eritrea über Italien in die Schweiz. Seine Frau und seinen achtjährigen Sohn musste er zurücklassen. Nach verschiedenen Integrationsmassnahmen und einer halbjährigen Grundausbildung im Weiterbildungszentrum AK FORMATION in Courfaivre konnte er im Mikrotechnologieunternehmen LEMO5 in Delémont in den Arbeitsmarkt einsteigen.
Herr Brhane, woher kommen Sie ursprünglich?
«Ich stamme aus Adi Habr, einem kleinen Dorf in der südlichen Zone von Eritrea.»
Welchen Beruf haben Sie in Ihrer Heimat ausgeführt?
«Ich arbeitete als Bauer in einer kargen, hügeligen Gegend.»
Haben Sie Familie und Kinder?
«Ja. Meine Frau und mein Sohn flüchteten nach Äthiopien und leben derzeit immer noch dort. Ich hoffe, ich kann sie eines Tages in die Schweiz holen.»
Wie lange sind Sie schon in der Schweiz?
«Seit 2015. Ich kam über Italien hierher und lebe nun seit einem Jahr in einer Dreizimmer-Wohnung in Porrentruy – das ist ein Riesenglück für mich.»
Was waren Ihre ersten Eindrücke von der Schweiz?
«Als ich ankam, hat es sehr viel geregnet. Das war sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn es in Eritrea regnet, bleiben wir zuhause. Hier ist Regen etwas ganz Normales. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Bald darauf kam der erste Winter…»
Wie haben Sie sich in der Schweiz eingelebt?
«Sehr gut. Die Menschen sind alle sehr hilfsbereit und nett – besonders auch hier an meinem Arbeitsplatz. Ausserdem kann ich mich bereits ziemlich gut auf Französisch unterhalten.»
Wie kamen Sie zu Ihrer Arbeitsstelle?
«Durch meinen Jobcoach Alain Graf vom AJAM. Im 2021 absolvierte ich eine sechsmonatige Ausbildung und jetzt arbeite ich hier bei LEMO5. Ich liebe meine Arbeit; alle Mitarbeitenden sind sehr geduldig und nett zu mir. Nach Abschluss meines auf zwölf Monate befristeten Vertrags möchte ich hier bei LEMO5 weiterarbeiten.»
Welche Perspektiven haben Sie?
«Ich möchte mich in kleinen Schritten kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern. Mit dem Ziel, eines Tages meine Familie hier in Delémont in die Arme zu schliessen. Es ist hart; ich habe meinen achtjährigen Sohn seit Jahren nicht mehr gesehen. Ich hoffe, er und meine Frau bleiben gesund.»