«Beim Jobsharing nehmen wir eine Vorreiterrolle ein»

Jobsharing ist ein Erfolgsmodell. Innert drei Jahren hat sich die Zahl der Sharing-Paare im SEM verfünffacht.

«Jobsharing im SEM – das ist eine Erfolgsgeschichte», sagt unsere HR-Chefin Meret Stoppia-Staub. Seit der grossen Reorganisation im Direktionsbereich Asyl von 2019 sind viele Führungsfunktionen neu im Tandem besetzt worden. Heute arbeiten im Amt 15 Paare mit 30 Führungskräften im Topsharing erfolgreich zusammen – davon sind 20 Frauen und 10 Männer.

Beim Jobsharing teilen sich zwei Mitarbeitende eine Vollzeitstelle. Attraktiv ist das Modell etwa für Eltern, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten; für Frauen und Männer, die eine herausfordernde Arbeit mit privaten Projekten verbinden; oder für ältere Angestellte, die kürzertreten und zugleich ihr Wissen weitergeben wollen.

Wenn diese Mitarbeitenden im Jobsharing gut zusammenarbeiten, profitiert der Arbeitgeber von doppeltem Wissen, doppelter Erfahrung und einem breiteren Kompetenzprofil. Eine klassische Win-Win-Situation also für Arbeitgebende und Arbeitnehmende.

Das Staatssekretariat für Migration SEM ermöglicht das Arbeitsmodell darum seit rund 20 Jahren und fördert es seit drei Jahren aktiv. Mit spezifischen Jobsharing-Coachings oder der Möglichkeit zum regelmässigen Erfahrungsaustausch erhalten die Jobsharing-Duos bei Bedarf gezielte Unterstützung. «Heute nehmen wir im Bereich Jobsharing in der Bundesverwaltung eine Vorreiterrolle ein», bilanziert HR-Chefin Stoppia-Staub. Auf den Lorbeeren ausruhen mag sie sich indes nicht. «Mein Ziel ist es, das Modell weiter zu fördern. Bislang sind sämtliche Top- bzw. Jobsharings im SEM auf Sektions- oder Fachbereichsebene angesiedelt. Künftig möchten wir das Modell auch auf Abteilungsstufe sehen.»

Eine Pionierin des Jobsharing

Unsere neue Direktorin hat zur Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen in der Bundesverwaltung beigetragen. In den 1990er-Jahren machten sich Christine Schraner Burgener und ihr Mann für die Förderung von Teilzeitarbeit und Jobsharing in verantwortungsvollen Positionen stark. Beide wollten sich gleichermassen in Karriere und Familie engagieren.

«Das hat uns Überzeugungsarbeit gekostet, so fremd schien die Vorstellung des Jobsharing. Die Diskussion reichte bis zu dem Argument, dass es ja nur einen Schreibtisch für zwei Personen gebe», erzählt Christine Schraner Burgener.

Schliesslich wurde dem Ehepaar 1997 gemeinsam eine Diplomatenstelle in Dublin übertragen. Dieses Pilotprojekt war so erfolgreich, dass die beiden später das erste Jobsharing auf Botschafterebene praktizierten. Von 2009 bis 2012 vertraten sie die Schweiz in Thailand, Kambodscha, Laos und Myanmar. Heute sind im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten die Positionen auf höheren Hierarchiestufen ausgewogen zwischen Frauen und Männern verteilt.